Isola Gallinara (Riserva Naturale)

⏱ Zeitaufwand 2–4 Std
💶 Eintritt Bootsfahrt ca. 15–25 Euro
📅 Beste Zeit Mai–September
👥 Besucheraufkommen Juli–August stark, sonst ruhig

Salzluft, die scharf in der Nase brennt. Ein leises Plätschern unter dem Bootsboden. Und dann, mitten im ligurischen Meer, eine grüne Silhouette, die einfach da liegt – als hätte sie nie etwas mit dem Festland zu tun gehabt. Die Insel riecht nach wilder Macchia, nach Thymian und Meeresalgen gleichzeitig. Wer vom Hafen in Albenga hinüberschaut, denkt: nah genug zum Schwimmen. Und liegt damit fast richtig.

Isola Gallinara Grotta Azzurra historische Aufnahme 1907
Blick auf die Isola Gallinara von der Grotta Azzurra aus, Aufnahme 1907 © Unknown authorUnknown author, Public domain
Möwe Vogel Naturschutzgebiet Isola Gallinara
Möwe im Naturschutzgebiet der Isola Gallinara – reiche Vogelwelt der Insel © Niccolo1983, CC BY-SA 4.0

Geschichte

Im frühchristlichen Zeitalter zog sich Honoratus von Arles hierher zurück. Der spätere Bischof und Heilige wollte weg von der Welt – diese Felseninsel mitten im Meer war seine Antwort. Er gründete um 400 n. Chr. eine Mönchsgemeinschaft, die später das berühmte Kloster Lérins in Südfrankreich hervorbrachte. Die Insel galt damals als heiliger Rückzugsort, wurde aber auch von Sarazenen überfallen, immer wieder verlassen, immer wieder besiedelt. Die alte Torre Saracena an der Südostküste erinnert noch heute daran, dass hier Gefahr aus dem Meer kommen konnte.

Erleben

Im Mai blüht die Insel. Wer dann mit einem kleinen Boot um die Klippen fährt, sieht Schichten: oben grünes Gestrüpp, darunter Felswände in Orange und Grau, dann das Wasser – türkis, fast unwirklich klar. Im August drängeln sich Motorboote vor der Ankerbucht auf der Westseite. September ist besser: ruhiger, wärmer als gedacht, die Unterwassersicht nach dem ersten Herbstregen erstaunlich gut. Früh morgens gehört die Stille noch dir.

Insider-Tipp

Der Schutzkegel der Riserva Naturale ist streng unterteilt: Zone A darf gar nicht betreten werden, Zone B erlaubt kontrolliertes Tauchen mit Genehmigung. Einheimische Fischer aus Albenga wissen, dass man beim Capitaneria di Porto die Tauchgenehmigung frühzeitig beantragen muss – spontan klappt das nicht. Wer nur schnorcheln will, bleibt in der Pufferzone um die Nordostspitze. Dort ist die Posidonia-Wiese noch intakt. Grüne Meeresschildkröten tauchen regelmäßig auf.

Besuchstipp

Wetsuit oder zumindest einen langen Neoprenanzug einpacken – das Wasser ist selbst im Juli kühler als erwartet, weil hier Kaltwasserquellen aufsteigen. Genehmigung für Zone B mindestens zwei Wochen vorher beantragen. Plane einen halben Tag. Du liegst im Boot, hörst nichts außer Wasser und Möwen, und siehst unter dir den Seegrund in zwanzig Meter Tiefe – vollkommen klar.

Panorama Isola Gallinara Flussmündung Centa Albenga
Panorama der Isola Gallinara von der Mündung des Flusses Centa bei Albenga © Al*from*Lig, CC BY-SA 4.0
Historisches Foto Pilone Isola Gallinara 1908 Vadino
Historische Aufnahme von 1908: Pilone und Isola Gallinara mit Blick auf Vadino © AnonymousUnknown author, Public domain

Häufige Fragen

Kann ich die Isola Gallinara (Riserva Naturale) einfach mit dem Boot anlanden?

Nein. Das Betreten der Insel ist für Privatpersonen generell verboten. Du kannst mit dem Boot ankern und schnorcheln, aber nur in den zugelassenen Außenzonen. Für das Tauchen in Zone B brauchst du eine schriftliche Genehmigung der Capitaneria di Porto Albenga.

Wie komme ich am besten zur Isola Gallinara (Riserva Naturale)?

Vom Hafen Albenga oder Alassio aus bieten lokale Anbieter Bootstouren an. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten. Wer ein eigenes Boot hat, findet auf der Westseite eine geschützte Ankerbucht – aber Ankern auf Posidonia-Wiesen ist verboten, also Ankerkarte vorher studieren.

Wann ist die Isola Gallinara (Riserva Naturale) am besten zu besuchen?

September ist der beste Monat. Die Wassertemperatur liegt noch bei etwa 23 Grad, die Boote sind weniger, die Sicht unter Wasser ist nach den ersten Herbststürmen besonders gut. Im Juli und August ist die Bucht vor der Insel oft so voll mit Booten, dass der Ruhepunkt des Naturschutzgebiets kaum noch spürbar ist.

Bildnachweise