Parco del Fiume Meduna
Der Geruch kommt zuerst. Frisches Wasser über Kieselsteine, darunter feuchtes Moos, ein Hauch von Harz aus den Erlen am Ufer. Dann das Geräusch: ein gleichmäßiges Rauschen, das alle anderen Gedanken verdrängt. Der Meduna ist kein zahmer Fluss. Er ist breit, hellblau und kalt – selbst im August, wenn die Sonne auf dem blassen Kiesbett brennt und das Licht wie auf einem Spiegel tanzt.
Geschichte
Für die Bauern des Friauler Vorlandes war der Meduna nie ein Freund. Im Mittelalter überschwemmte er regelmäßig die Felder zwischen Cordenons und Spilimbergo. Die Dorfgemeinschaft baute Dämme, verlor sie, baute neu. Eine alte Erzählung aus der Region spricht von einem Müller, der nahe der heutigen Parkgrenze seine Mühle dreimal verlor und beim dritten Mal einfach weiter flussabwärts baute – ohne Kommentar. Der Fluss gewann immer. Heute ist sein wilder Geröllstreifen ein geschütztes Biotop, das genau diese Unberechenbarkeit bewahrt.
Erleben
Im April ist der Meduna eisblau und reißend. Das Schmelzwasser aus den Dolomiten treibt alles vor sich her. Im Juli legt sich der Fluss zwischen breiten Kiesbänken nieder – man kann stundenlang barfuß über warmes Gestein laufen, ohne nass zu werden. Frühmorgens, wenn Nebelschwaden über dem Wasser hängen und kein Laut außer dem Rauschen da ist, gehört das Ufer einem allein. An Sonntagnachmittagen sieht das anders aus.
Insider-Tipp
Die Einheimischen aus Cordenons kommen nicht für Fotos. Sie kommen mit Gummistiefeln und Kindern, lassen die Kleinen in flachen Kiesbuchten plantschen und grillen auf den großen flachen Steinen am Nordostrand des Parks, wo die Bäume mehr Schatten spenden. Wer früh kommt – vor acht Uhr morgens – findet Angler aus der Gegend, die genau wissen, wo die Forellen stehen. Sie reden nicht viel. Aber sie zeigen auf das richtige Stück Wasser.
Besuchstipp
Feste Schuhe mit gutem Profil mitbringen – das Kiesbett ist größer als es aussieht und nach hundert Metern merkt man, warum. September ist die beste Jahreszeit: Der Wasserstand ist niedrig, das Licht schräg und warm, die Flussarme liegen ruhig. Zwei bis drei Stunden einplanen. Am Ende sitzt man auf einem flachen Stein, die Füße kalt im Wasser, und hört dem Meduna zu.
Häufige Fragen
Gibt es am Parco del Fiume Meduna ausgewiesene Wanderwege oder ist das Gelände frei zugänglich?
Das Gebiet ist weitgehend frei zugänglich. Es gibt keine asphaltierten Wege – man bewegt sich auf naturbelassenen Pfaden entlang des Ufers und über die Kiesbänke. Festes Schuhwerk ist keine Empfehlung, sondern Notwendigkeit.
Kann man im Parco del Fiume Meduna schwimmen?
Im Sommer ja – in den ruhigen Seitenarmen des Flusses, wo das Wasser klar und flach ist. Im Frühjahr und nach starken Regenfällen ist der Meduna reißend. Dann bleibt man besser am Ufer.
Ist der Parco del Fiume Meduna mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar?
Von Cordenons aus kommt man zu Fuß in etwa zwanzig Minuten ans Ufer. Mit dem Bus aus Pordenone erreicht man das Zentrum von Cordenons, dann ist es ein kurzer Fußweg Richtung Westen zum Fluss.
Bildnachweise